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DER ORDEN DER SCHWERTBRÜDER        z
(1202 – 1237)       

 

Einleitung:  

Der Orden der livländischen Schwertbrüder entstand aus dem Geist des Zeitalters der Kreuzzüge. An diesen Geist muß man sich zunächst erinnern, wenn man die geschichtlichen Kräfte richtig einschätzen will, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts in die Geschicke des Ostbaltikums ein­griffen. Den drei großen geistlichen Ritterorden, die durch die Kreuzzüge im Morgenlande ins Leben gerufen wurden, steht unter den Nachbildungen an Bedeutung zunächst der livländische Orden der Schwertbrüder. Obgleich seine Selbständigkeit im engeren Sinne kaum ein Menschenalter dauerte, so hat er doch in dieser kurzen Zeitspanne mehr geleistet, als manche große Vorgründungen. Er eroberte und christianisierte ein Gebiet von ungefähr 1.600 geographi­schen Quadratmeilen (Lettland und Estland = etwa 112.000 km²), größer als die heutige Republik Österreich, und gründete einen Staat, der 350 Jahre, über das Mittelalters hinaus, bestand.

 

I. Stiftung des Ordens der Schwertbrüder (SB)

Unter den verschiedenen, zum Großteil widersprüchlichen Darstellungen zur Stiftung des Ordens der SB erscheint folgende als wahrscheinlich.

Heinrich von Lettland berichtet im 6. Kapitel seiner Chronik (Zamoiskische Handschrift):

Bischof Albert von Livland errichtete vor seiner Reise nach Deutschland im Frühjahr 1202 ein Zisterzienserkloster zu Dünamünde und weihte den Bruder Dietrich von Thoreida zum Abt.

Heinrich von Lettland fährt fort: „Zu derselben Zeit hat dieser Bruder Dietrich, in der Voraussicht der Treulosigkeit der Liven und in der Befürchtung, der Menge der Heiden mit den bisherigen Mitteln nicht Widerstand leisten zu können, behufs Vermeh­rung der Zahl der Gläubigen und der Erhaltung der Kirche unter den Heiden, etliche Brüder des Ritterdienstes Christi eingesetzt, denen der Papst Innocentius III. die Regel der Templer vorschrieb und ein Zeichen am Kleide zu tragen verlieh, nämlich Schwert und Kreuz....“

Bischof Albert hatte demnach beschlossen, als letzte Sicherung seiner weitausgedehnten Operationen einen Ritterorden ins Leben zu rufen. Dietrich von Thoreida führte diesen Plan im Jahre 1202 durch, als Albert nach Deutschland abgereist war. Das Gründungsjahr steht aus Heinrich von Lettland, nach Alberich, Alnpeke und Warteberge fest (zeitgenössische Darstellung). Der Orden wird am 12.10.1204 vom Papste feierlich bestätigt. Nach einer anderen Darstellung hat sich Bischof Albert wohl eine Kampf­truppe, ein stehendes Heer, geschaffen (1201 - 1202) aber keinen Ritter­orden. Der eigentliche Ordensgründer (1202) Dietrich von Thoreida, auch Theoderich von Treiden genannt, kommt aus Loccum an der Weser.

Anmerkung: Das „Chronicon Lyvoniae“ Heinrich des Letten ist das wichtig­ste zeitgenössische Quellenwerk zur älteren Geschichte Livlands. Heinrich kam 1203 nach Livland, wurde 1208 Priester und begleitete oft Albert von Riga.

 

II. Anfänge des Ordens der SB

Zu Anfang hatte der Orden nur wenig Bedeutung, die Zahl der Mitglieder war gering und umfaßte nur wenige Personen aus angesehenen Familien.

Folgendes belegt dies: Bei seinem ersten Auftreten im Felde gegen heid­nische Einwohner (1205) standen die Ordensbrüder in der Schlachtordnung erst in zweiter Reihe nach der Kriegsmannschaft des Rigaer Bischofs.

Erste Namen von Ritterbrüdern werden bereits 1202 genannt: die edlen Ritter Arnold von Meyendorf, Bernhard von Seehausen, Dietrich von Apeldern, ein Bruder des Bischofs von Riga. 1204 - 1210 leben im ersten Konvent zu Riga zehn Ritterbrüder, die uns namentlich überliefert sind; darunter sind auch der erste und der zweite Ordensmeister, Wenno (Vinno) von Rohbach und Volquin Schenk von Winterstein

Aus einer Bulle des Papstes Innozenz III. geht deutlich der Missions­auftrag des Ordens hervor. Es heißt da: „...Beschützung und Verteidi­gung der im Lande neubegründeten Kirche Christi und Bekämpfung und Bekeh­rung ihrer Feinde....“ Zwei Elemente werden deutlich, ein kriegerisches und ein religiöses. Aus weiteren zeitgenössischen Berichten geht hervor, daß die Ordensmitglieder nicht in erster Linie in Kriegszügen, sondern als Beschützer friedlicher Kaufleute auftreten.

 

III. Die Benennung des Ordens und seiner Mitglieder

Heinrich von Lettland, päpstliche Bullen und kaiserliche Urkunden sprechen einheitlich von „Fratres militiae Christi de Livonia“, d.h. richtig über­setzt: „Brüder der Ritterschaft (des Ritterdienstes) Christi in Livland“. Die Ritterbrüder wurden aber (nach Tumler) immer „Schwertbrüder“ genannt. Dies vor allem in KreiseBild:Kalavijuociai.jpgn des Deutschen Ordens im 13. Jahrhundert. Der Orden selbst spricht in einer Urkunde vom 18.4.1226 von sich als „ordo et collegium fratrum militiae Christi“ (Orden und Gemeinschaft der Brüder des Ritterdienstes Christi). Der Name „Swertbrudere“, „Schwertbrüder“ kommt erst in der Livländischen Reimchronik (1290) und in Chroniken des Deutschen Ordens (DO) vor und ist vom Schwert im Wappen des Ordens und von den Mänteln her genommen. Nach Hartmann von Heldrungen, Hochmeister des DO von 1273 - 1283, der 1238 Augenzeuge der Aufnahme der SB in den DO war, trugen die SB einen weißen Mantel mit Schwert und Stern, nach Kelchen (Livländische Historie, Reval 1695) gekreuzte Schwerter. In einer Bulle vom 20.10.1210 verordnete Papst Innozenz III., die Brüder des Ritterdienstes Christi sollten - unter Beobachtung der Regel des Templerordens - auf ihrem Habit (übereinstimmend wird ein weißer Mantel erwähnt) „ein anderes Abzeichen tragen, um dadurch zu zeigen, daß sie jenem (Templerorden) nicht Untertan seien“.

Heinrich der Lette ergänzt diese Aussage mit dem Hinweis, das Abzeichen habe immer in Schwert und Kreuz bestanden, „signum in veste ferendum dedit (papa), scilicet gladium et crucem“. Diese Abzeichen wurden auch in das Wappen des Ordens aufgenommen, wie es in dem wohlerhaltenen Siegel des zweiten Ordensmeisters Volquin (1209 - 1236) an einer Urkunde aus dem Jahre 1225 erscheint.

       

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Die Embleme des Ordens sind daher: das Schwert, über welchem das Kreuz schwebt; die Umschrift (zu ergänzende Teile in Klammer): (SIGILLUM) D (OMINI) MAGIST'I ET FR (ATRU) M MILICIE CRI (STI) DE LIVONIA.

Ab 1670 finden sich eine Reihe von Historikern, welche zwei Schwerter auf dem Mantel des Ordensritters beschrieben. Die Anordnung erfolgte in Kreuzform.

Dem heutigen Sprachgebrauch am angemessensten ist es, die ganze Corpo­ration als „Orden der Schwertbrüder Christi von Livland“ zu bezeichnen.

 

IV. Ordensregel, Gelübde, Mitglieder

 

Dem Orden der SB war die Regel des Templerordens vorgeschrieben, im Gegensatz zu diesem unterstanden die SB aber nicht dem Papst, sondern dem Bischof von Riga. Die Templerregel wurde modifiziert angewendet. Folgende Gelübde mußten die Mitglieder des Ordens ablegen:

1. Gehorsam: d.h. unbeding­te Erfüllung der Befehle des Ordensmeisters (so wurde der oberste Gebieter des Ordens genannt)

2. Keuschheit

3. Armut: der gesamte Besitz gehört dem Orden

Galten die Gelübde 1-3 für alle Ritterorden, so kam für die Templer und die Schwertbrüder ein weiteres hinzu:

4. Das ganze Leben dem Kampfe ge­gen die Ungläubigen zu widmen.

 

Es gab 3 Klassen von Ordensmitgliedern;

1. Ritterbrüder (RB): Sie mußten aus rittermäßigem Geschlecht und aus einer rechtmäßigen Ehe stammen, unverheiratet sein, durften keinem anderen Orden angehören, keine Schulden haben und mußten kör­perlich und geistig gesund sein. Sie trugen einen weißen Leibrock, auf dem sich vorn in der Mitte das rote Kreuz und das rote Schwert befanden. Darüber kam ein weißer Mantel, auf dessen linker Schulter­seite ebenfalls das Ordenszeichen, wenn auch kleiner, aufgenäht war.

2. Priesterbrüder (PB): Sie waren die eigentlichen Ordens­geistlichen, d.h. mit den entsprechenden Weihen versehen. Rein äußer­lich unterschieden sie sich von den Mitbrüdern l und 3 durch einen langen weißen Rock mit einem roten Kreuz auf der Brust.

3. Dienende Brüder (DB) : Hier gab es je nach ihren Aufgaben zwei Gruppen:

a)Brüder Wappener oder Knappen ( fratres armigeri ):

Schützen, Armbrustierer. Sie trugen leichte Rüstung, sie aßen mit RB und PB an einer Tafel und wurden von jenen in jeder Art als Brüder behandelt. Auf Kriegszügen ritten sie den RB voran, führten deren Waffen und Gepäck.

b) Brüder Handwerker (fratres opifices): Schmiede, Köche, Bäcker, Hausdiener etc.

Die Kleidung dienender Brüder war schwarz oder braun, versehen mit dem roten Ordenszeichen.

4. Mitbrüder: Konnten verheiratet sein, durften aber nicht im Ordenshaus wohnen. Sie brachten ihr Vermögen in den Orden ein und genossen den Vorteil, in den Ordenskirchen am Gottesdienst teilzu­nehmen und dort beerdigt zu werden. Den weißen Mantel erhielten sie nicht, wohl aber wahrscheinlich das Abzeichen.

5. Gastritter: Dienten auf Zeit, beschafften sich selbst ihre Ausrüstung und erhielten den Unterhalt durch den Orden.

V. Würden, Ämter, Convente, Kapitel

Der Ordensmeister (Magister fratrum militiae Christi; OM – nach anderen Quellen „Herrenmeister“) wurde von den Ordensbrüdern aus dem Kreis der RB gewählt; einer Wahlbestätigung bedurfte es nicht. Die Residenz des OM befand sich in Riga; später wird der Hauptsitz in die an der Aa gelegene Burg Wenden, wo auch die OM beigesetzt werden. Im Kriege war der OM Oberbefehlshaber des gesamten christlichen Heeres in Livland.

Dem OM zugeteilt war der Kanzler ( ein PB ), vermutlich der Sekretär, sicher der Bewahrer des Ordenssiegels.

Weitere Ordensämter waren:

Präceptor: Dem Großkomtur der Templer vergleichbar (Vertreter des OM), Provinzialmeister, Komtur, Pfleger (Vorgesetzte in kleineren Bereichen, Balleien, auf einzelnen Schlössern oder Burgen), Schatzmeister oder Treßler (Verwalter des Ordensschatzes), Drapier (verantwortlich für Anzug und Rüstzeug), schließlich die Ordensvögte als Verwaltungsbeamte auf den Besitzungen des Ordens. Nach Bunge ist von einem Marschall bei den SB nicht zu berichten.

Benninghoven spricht jedoch vom Marschall als dem Verwalter der Rüst­kammern und dem Vorgesetzten aller bewaffneten Ordensmannschaften im Kriege. Er unterstand allerdings dem OM.

Der Convent umfaßte alle in demselben Hause (Schloß, Burg) wohnenden Ordensbrüder. Im Kapitel, einer Versammlung des Convents, waren zur Beratung div. Probleme jeweils nur ausgewählte Ordensbrüder zugegen. Das Generalkapitel vereinte die gesamte Ordensbrüderschaft. Hier wurden wichtige Angelegenheiten, wie Aufnahme von Ordensbrüdern, Ernennung ho­her Beamter, Feldzüge u.a. beraten. Entscheidungen blieben allerdings allein dem Ordensmeister vorbehalten.

 

VI, Zur Geschichte der Landesnamen

Die drei historischen Landschaften Livland, Estland, Kurland trugen vom 13. bis zum 17. Jahrhundert den gemeinsamen Namen Livland, der sich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts auf die zwischen der Düna und dem Finni­schen Meerbusen gelegenen Gebiete beschränkte, um zuletzt nur die mitt­lere Landschaft, Livland im engeren Sinn, zu bezeichnen. Die nördliche Provinz hieß seit Ende des 16. Jahrhunderts Estland; für die südlichen Landschaften Kurland und Semgallen bürgerte sich in der Zusammenfassung der Name Herzogtum Kurland ein. Der Name Lettland bezeichnete zunächst im 13. Jahrhundert nur die Landschaft der Hochletten (in Mittel- und Ostlivland), bezog sich seit der Entstehung der lettischen Schriftspra­che im 17. Jahrhundert dann auch auf die Gebiete der übrigen lettischen Stämme. 1918 entstehen die Freistaaten Estland und Lettland, deren Territorium sich dem Umfang nach fast genau mit dem Gesamtgebiet des mittelalterlichen Livland deckt.

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VII. Zur Geschichte des Ordens (Abriß)

Einleitend sei festgehalten, daß man die äußere Geschichte des Ordens der Schwertbrüder eingebunden in die Geschichte des Gesamtgebietes Livland sehen und daß deshalb in der Darbietung geschichtlicher Zusammenhänge etwas weiter ausgeholt werden muß.

 

Das Ordensland Livland:

Livland ist hier im älteren Sprachgebrauch genommen, das ist für Livland, Kurland und Estland zusammen. Dieses Gebiet kam mit fast 100.000 km² der Fläche von Bayern und Württemberg gleich. Bewohnt wurde dieses Gebiet von Esten im Norden, den Lettgallen im Osten, von Semgallen und Kuren im Westen, von Litauern im Süden und von den Liven (den Esten verwandt) in der Mitte, rund um den Rigaer Meerbusen, an der Aa, an der Düna und auch in Kurland. Alle Völker dieses Raumes standen seit Jahrhunderten unter nordisch-germanischen Einwirkungen: Goten, Wikinger, Schweden. Im Osten wurde russischer Einfluß geltend, im Norden um 1200 dänischer und im Süden litauischer. Verfeindet unter­einander waren Esten, Liven und Semgallen. Livland, Kurland und Südest­land wurden im 13. Jahrhundert von den Deutschen erobert, Nordestland, bisher dänisch, 1346 erworben. Zur Zeit des „alten“ Livland (1180 - 1561) teilten sich den Besitz des Landes fünf Bistümer, und zwar Riga, Kurland, Dorpat, Ösel, Reval (etwa 46% des Staatsgebietes) sowie der Orden der Schwertbrüder und sein Nachfolger der Deutsche Orden (etwa 54% des Staats­gebietes).

Die erste Burg der SB entstand zu Riga (etwa 1202), Segewold an der Aa scheint die zweite Schwertritterburg gewesen zu sein (vor 1209?). 28 km weiter östlich entstand Schloß Wenden, der Lage nach schönste und auch stärkste Burg des Landes; nach Lage und Mächtigkeit etwa Kloster­neuburg und Melk vergleichbar. Wenden wurde Sitz des livländischen Land­meisters und die Hauptburg des Landes. Wenden muß vor 1209 erbaut worden sein, denn der erste OM Wenno wurde in diesem Jahr von einem OB aus Wenden ermordet.

 

Die Schwertbrüder in der Geschichte

Deutsche Kaufleute waren es, die den Handelsweg auf der Düna erschlossen. 1160 wurde Wisby als deutsche Kaufmannssiedlung gegründet. Dem Kaufmann folgte der Missionar. Im Kampf gegen die Liven fällt 1198 der Zisterzien­serbischof Berthold, Abt von Loccum. Daraufhin weiht der Erzbischof von Bremen Hartwig 1199 seinen Neffen Albert von Buxhoeveden (nach Wittram), auch Albert von Apeldern (nach Tumler), einen Bremer Domherrn, zum Bischof von Livland. Albert gilt als der Schöpfer des eigenartigen Kirchen- und Herrschaftswesens in Livland. Sein Ziel: Die Erschließung Livlands als Raum der Ostkolonisation. Maßnahmen zur Sicherung seiner Absichten führen ihn zum König von Dänemark Knut VI., zum deutschen König Philipp von Schwaben und nach Rom. Papst Innozenz III. ruft Gläubige aus Niedersachsen und Westfalen zum Schutze der livländischen Kirche auf und stellt in der Bulle vom 5.10.1199 eine Livlandfahrt einer Romfahrt gleich. Albert wirbt um Mitkämpfer, führt 1200 einen Kreuzzug nach Livland und gründet Riga, das zum Bischofssitz erhoben wird. 1202 erfolgt die Weihe Livlands an die Gottesmutter Maria. Weitere 13 Fahrten bringen hohe Adelige, vorwiegend aber Dienstmannen und Händler nach Livland. Da der Landweg durch die Heiden versperrt bleibt, kommt keine Besiedelung durch Bauern zustande. Für das Missionswerk unentbehr­lich war die Mitwirkung eines Mönchordens. Deshalb beginnt man um 1205 mit dem Bau des Zisterzienserklosters Dünamünde, dessen erster Abt der Missionar Theoderich wurde. Unter dem Namen Dietrich von Thoreida war er als Stellvertreter Alberts maßgeblich an der Gründung des Ordens der Schwertbrüder beteiligt und später als erster Bischof der Esten hervor­ragend tätig. Im Gegensatz zum übrigen ostdeutschen Kolonisationsgebiet fehlten der Gründung Alberts Schutz und Interesse eines weltlichen Landesherrn. Als wirksamstes Mittel zur Absicherung bot sich die mili­tärische Kraft eines geistlichen Ritterordens an, der den Kampf gegen die Ungläubigen in seine Gelübde aufnahm. So kommt es zur Gründung des Ordens der Schwertbrüder, (siehe Kap.I)

Die Macht, die Albert für sich hatte schaffen wollen, begann ihre eigenen politischen Ziele zu verfolgen. Nach spärlichen Anfängen wuchs der Orden derart, daß er 1207 unter seinem ersten Meister Wenno (nach Heinrich dem Letten auch Vinno oder Winno von Rohrbach) bereits die Hälfte aller bis­herigen und zukünftigen Eroberungen fordert. Der Hl. Stuhl entschied am 20.10.1210, der Orden sollte ein Drittel des bisher gewonnenen Landes vom Bischof von Riga erhalten. Zusatz : Der Meister habe dem Bischof von Riga Gehorsam zu leisten. Es ist allerdings umstritten, ob der Schwert­brüderorden jemals Lehensträger der Bischöfe war.

Der Orden erlangte den fünf Bistümern gegenüber (bereits angeführt) ein Übergewicht, nach Angliederung Nordestlands, von etwa 54%. 1209 wurde der erste Ordens­meister Wenno mit seinem Kaplan (Kanzler) vom Ordensbruder Wigbert, Pfle­ger zu Wenden, ermordet (nach anderer Ansicht ist über diesen Mordfall nicht Näheres bekannt). Mit Wenno verlor Albert von Riga einen bewähr­ten Mitarbeiter. Wenno allerdings fand im Ordensbruder Volquin einen weisen und würdigen Nachfolger, der die Geschicke des Ordens volle 27 Jahre lenkte.

(Zum Namen: Chronisten im 16. Jahrhundert sprechen von Volkewin oder Volquin, Schenk von Münnerstädt oder Winterstedten).

1212 bestätigte Kaiser Otto IV. dem zweiten OM Volquin den gesamten Besitz des Ordens. Drei Mächte zeigten sich um diese Zeit im livländischen Raum als gleich stark: Bischof, Orden und die Stadt Riga. Jede von ihnen erhält ab 1226 ein Drittel des eroberten Landes. Darin trat erst eine Änderung ein, als der Orden seine Schicksalsstunde erlitt. Mit der Be­sitznahme des dänischen Estland mit Reval erreichte der Orden gegen Ende des 3. Jahrzehnts im 13. Jahrhundert den Höhepunkt seines Wirkens. Sein Machtbereich erstreckte sich vom Finnischen Meerbusen bis über die Düna, das war ungefähr so viel, wie die Bistümer Estland, Lettland und Litauen zusammen ausmachten. Mit dem Höhepunkt seines Wirkens war auch die Zahl der Feinde gewachsen: Dänemark wegen Estland, die Russen wegen Lettland, dazu kamen die ständig unruhigen Kuren, Samaiten und Semgallen und die raubsüchtigen Litauer im Süden. So strebte OM Volquin seit 1231 die Vereinigung mit dem Deutschen Orden an, welcher damals gerade die Eroberung Preußens begonnen hatte. Sechs Jahre dauerten die Verhandlungen, und erst die Schicksalsschlacht bei Saule (Schaulen - Pfarre Bauske) in Kurland brachte am 22.9.1236 die Entscheidung.

Nach Eintreffen größerer Kreuzfahrerscharen entschlossen sich die ver­einigten Deutschen im Frühherbst 1236 zu einem Zug gegen die unruhigen Samaiten im Südwesten Livlands. Meister Volquin warnte wegen der un­günstigen Jahreszeit und aus strategischen Erwägungen, aber vergeblich. In dem Treffen bei Säulen wurden die deutschen Panzerreiter im sumpfi­gen Terrain von Samaiten und den übergelaufenen Semgallen fast vollstän­dig aufgerieben. Auch Meister Volquin und 48 bis 480 (nach verschiedenen Berichten) Ordensbrüder fanden den Tod. Dieser Unglückstag bereitete der selbständigen Entwicklung Livlands ein Ende. Prälaten, Bürger und Schwertbrüder glaubten nunmehr, das Land nur durch Anschluß an den Deutschen Orden retten zu können. Als Hermann von Salza, der große alte Meister des DO, der schon mit Volquin verhandelt hatte, die Nachricht vom Unglückstag bei Säulen erhielt, stimmte er dem Anschluß zu. Die feierliche Aufnahme der Überlebenden und des Erbes der SB in den DO er­folgte durch Papst Gregor IX. im Beisein des Hochmeisters Hermann von Salza am 12.5.1237 im Vertrag von Viterbo (Viterber Union)

Die Schwertbrüder legten die Tracht der Deutschen Ritter an und erhiel­ten in Hermann Balk als „Landmeister“ ein neues Oberhaupt. Balk war zu­gleich auch Landmeister von Preußen. Die Aufnahme ging nicht ohne Schwie­rigkeiten über die Bühne. Der Hochmeister des DO hatte Nordestland (Besitz der SB) an die Dänen abtreten müssen. Darüber waren die SB erbittert, und der erste livländische Landmeister Hermann Balk (1237 - 38) fand bei den SB solchen Widerstand, "daß er aus dem Lande fahren mußte". (Zeit­genössischer Bericht). Erst sein Nachfolger Dietrich von Grüningen (1238 - 42, 1244 - 46) konnte als Landmeister von Livland auch die frühe­ren SB beruhigen und für sich gewinnen. In weiterer Folge wurde der Orden in Livland durch einen Landmeister regiert, den der Hochmeister des DO in Preußen ernannte. Hermann Balk war der erste. Es zeigte sich in den folgenden Jahrhunderten, daß durch die Vereinigung mit dem DO Macht und Einfluß der SB bedeutend vermehrt wurden.

Der ehemalige Schwertbrüderorden in Livland führte, wenn auch dem Deutschen Orden eingefügt, ein sehr eigenständiges Leben. Dem Landmei­ster stand ein eigener Ordensmarschall zur Seite; wichtige Angelegenheiten beriet der Landmeister mit dem Landkapitel, das aus den Komturen des Landes und den Vögten der einzelnen Burgen bestand und im Todesfalle des Landmeisters einen Stellvertreter wählte. Die Gefahr, in welcher das Land stets schwebte, ließ eine Vermehrung der Ritter an Zahl als notwen­dig erscheinen und die Päpste duldeten die Aufnahme von Leuten aller Stände unter das Ordensbanner, sogar von Gebannten und allerlei Gesindel von nah und fern. Als die Schlacht am Durbener See (1260) diese Leute aufrieb, wurden zwar wieder Edelleute aufgenommen, die aber meist Raub­ritter waren. Erst der Landmeister Wolter von Plettenberg schaffte diese Mißstände ab.

 

Trotz mancher Zwistigkeiten des Ordens mit dem Bischof von Riga wurde Livland gegen die Russen und Litauer tapfer verteidigt. Unter der Regierung des Landmeisters Wolter von Plettenberg (1494 - 1535) um die Wende zum 16. Jahrhundert erlebte Livland sogar ein letztes Helden­zeitalter. Mächtige Russenheere drangen 1501 gegen Livland vor. Der Landmeister verstand es aber, alle Uneinigkeit im Lande zum Schweigen zu bringen und es zur Verteidigung der Freiheit zu begeistern. Auf seinen Hilferuf flammte noch einmal Kreuzzugsstimmung von Norddeutsch­land bis Flandern auf. Am 13.9.1502 schlug Wolter von Plettenberg eine fünffache russische Übermacht am Smolina See entscheidend. Der Schrecken in Moskau war so groß, daß Livland über 50 Jahre Ruhe hatte. Nach diesem Erfolg gestand 1521 der damalige Hochmeister des Deutschen Ordens Markgraf Albrecht von Brandenburg den Schwertbrüdern eine ge­wisse Unabhängigkeit vom Deutschen Orden zu und das Recht, sich ihren Großmeister selbst zu wählen. Wolter von Plettenberg bewirkte, daß der Schwertorden (wie er wieder hieß) das Recht der Wahl eines eigenen Heermeisters erhielt, der von Kaiser Karl V. in den Fürstenstand er­hoben wurde und sich "Fürstmeister" nannte.

Livland wurde zur selben Zeit wie Preußen in die Glaubensspaltung hin­eingerissen. Auch die Brüderschaft des Ordens wurde davon ergriffen. Wolter von Plettenberg (1526 in den Reichsfürstenstand erhoben), der hochbetagte Ordensmeister, blieb in den Wirren der Reformation der alten Kirche treu, konnte aber den Siegeszug des neuen Glaubens nicht aufhalten. Der Hochmeister des Ordens, Markgraf Albrecht, wandte sich schließlich der Lehre Luthers zu, führte 1525 eine ahnungslose deutsche Gesandtschaft zum König von Polen, legte vor diesem das Ordenskleid ab und nahm Preußen als weltliches Herzogtum von Polen zu Lehen. So endete die ruhmreiche Geschichte des Deutschen Ordens in Preußen. Der Zwiespalt in den wichtigsten Fragen des religiösen Lebens mußte auch in Livland zum raschen Ende der Ordensgemeinde führen. Sie hielt aber noch über 30 Jahre stand, ein Beweis, daß noch viel Liebe zum Orden und Idealismus vorhanden waren, denn katholische und evangelische Brüder mußten ja mit­einander in der Ordensburg leben.

1557 hielt der über die Schwierigkeiten gut unterrichtete Zar Iwan der Schreckliche die Zeit zum Losschlagen gegen Livland für gekommen. 1558 brach der große Russensturm los. Livland brachte kein Heer auf, um den Russen entgegenzutreten. Nur einmal kam es zu einem helden­mütigen Einsatz einer kleinen Ordensmacht von 120 Brüdern und 500 Landsknechten. Nach tapferem Widerstand wurde dieses kleine Aufge­bot des Ordens völlig aufgerieben. Als auch die Hoffnung, von den Dänen und Schweden Hilfe zu erlangen, fehlschlug, verheiratete sich 1558 der letzte Fürstmeister von Livland Gottfried Ketteier (nach Tumler, Gotthard Kettler nach Wittram), begab sich 1561 in den Schutz Polens und legte das Ordenskleid ab. Er trat Livland an Polen ab und behielt als Lehensmann der polnischen Krone als weltlicher Herzog Kurland und Semgallen. Das war das Ende des historischen Schwertbrüderordens. Um den Besitz Livlands bekämpften einander Polen, Russen und Schweden noch viele Jahre.

VIII. Bedeutung

Benninghoven würdigt den Schwertbrüderorden:

"Die Weltentsagung war eine Seite der Schwertbrüdergesinnung; Besitz- und Gewinnstreben, Verteidigung des eigenen Rechts sind natürliche Triebfedern, die sich nicht ohne weiteres ausschalten lassen. Nur brachen sie sich im Orden eine neue Bahn. Da der Einzelne sie für sich selbst nicht mehr betätigte, äußerten sie sich jetzt in der Hingabe an die Gesamtheit. Glanz, Ausbreitung und Besitz des Ordens zu mehren, wurde daher bald neben der Idee der Verteidigung der Christenheit zu einem Ziel, das sich gerade aus dieser Idee stets unwiderleglich mora­lisch rechtfertigte. So konnten die gleichen Menschen, die sich vom glanzvollen Leben ihrer Standesgenossen in Ergebenheit abgewandt hatten, um mit leidenschaftlichen Ernst ihrer Glaubensidee zu dienen, zugleich zu grimmigen Streitern werden, wo es um die Ehre und Belange ihres Ordens ging. Da vermischten sich unauflöslich geistige und materielle Antriebe und gaben den Schwertbrüdern wie allen anderen Ritterorden eine erstaunliche besitzbildende und militärische Stoßkraft. Den Lehens­heeren der eigenwilligen ritterlichen Einzelkämpfer waren die Ordens­heere durch ihre Disziplin überlegen. Ganz ebenso überlegen konnten die Ritterorden auch auf staatlicher Ebene dem Lehenswesen werden. Das war bis 1203 noch unerprobt. Dem livländischen Orden sollte es be­schieden sein, den ersten Ordensstaat zu errichten, einen Staat, der nicht nur seine Gründer überlebte, sondern von allen gleichartigen Bildungen die längste Dauer bewies."

 

Das Ziel der Schwertbrüder war Schutz und Ausbreitung der römischen Christenheit. Es zeigt sich, daß der Orden dem Missions- und Schutz­gedanken, aus dem heraus er berufen wurde, treu geblieben ist bis zum Ende. Als er den Untergang fand, wurde am Hilferuf der Livländer be­sonders deutlich, für wie unentbehrlich die Ordensritter als Grenz­hüter des Abendlandes in diesem Teil Europas bereits angesehen wurden. Entsprechend war das Urteil der Zeitgenossen. Von den Kaisern Otto und Friedrich lobend gefeiert, u.a. als „adlethae Christi“, als „Glaubenskämpfer Christi, die unter Verachtung der Genüsse dieser Welt sich göttlichen Dienstleistungen ergeben haben“ bezeichnet, wirkt die Tatsache noch überzeugender, daß der Orden außer den be­kämpften Heiden keinen einzigen nennenswerten Feind gehabt hat. Das Geheimnis des Erfolges der wenigen tausend Schwertmissionare über eine Viertelmillion Menschen, noch dazu im beständig angespannten Kampf nach außen gegen Russen und Litauer, kann nicht allein durch über­legene Kriegstechnik erklärt werden. Begründet ist dies nur im Ge­schick der Einwanderer, viele der Neugetauften auch innerlich durch eine maßvolle Politik für die neue Weltanschauung und Lebensordnung zu gewinnen.

So hinterließ der Orden der Schwertbrüder Christi mitten im Geschehen einer Zeit, das seine Brennpunkte im Südwesten, Nordosten und Westen des Abendlandes fand, als Vermächtnis dauerhafte Wandlungen am Rande der Ostsee.

IX. Neuzeit

Der Geist der Schwertritter lebt jedoch heute weiter. 1956 belebte Josef Pongratz (Ritter Josefus von Schwarzenberg) in Rosenheim den Geist und gründete auf esoterischen Mauern in Anlehnung an das alte ritterliche Brauchtum den Orden der Schwertbrüder zu Livland in der Bundesrepublik Deutschland. Seine Idee drang weiter nach Österreich, die Niederlande, Frankreich, Amerika und Südafrika. In den meisten Ländern haben sich Ordensgemeinschaften konstituiert, wenn auch manchmal in verschiedenen Abwandlungen, so doch zu einem gewissen gemeinsamen Ziel, nämlich der Veredelung des Menschen zum Ritter, im wahrsten Sinn dieses Wortes.

X. Entwicklung des „Ordens der Schwertbrüder von Livland“ in Österreich.

Am 20.7.1973 wurde Herrn Dr. Gerhard Jaritz (Klagenfurt,Ktn.) auf Schloß Pertenstein, Rosenheim, BRD die Schwertleite vom regierenden magister superior des Ordens der Schwertbrüder von Livland in Deutschland, Josephus von Schwarzenberg, erteilt und mit dem Ritternahmen „von Leuchtenberg“ belehnt. Mit 28.9.1974 wurde R.v.Leuchtenberg vom magister superior zum Komtur von Österreich erhoben und beauftragt den Orden in Österreich aufzubauen.

Profane und berufliche Veränderungen des R.v.Leuchtenberg verhinderten zunächst einen geordneten Aufbau des Ordens in Österreich.

1983 wurde Herrn Ignaz Schlifni (St.Veit, Ktn.) die Schwertleite vom magister superior Josephus von Schwarzenberg erteilt und mit dem Ritternahmen „von Weizern“ belehnt. R.v. Weizern wurde zum Provinzalmeister der Provinz „Goldingen“ (Kärnten) erhoben. In derselben Jahrung wurde auch Herrn Erwin Scherer (Wien) die Schwertleite erteilt, mit dem Ritternahmen „Adler von Zinnenberg“ belehnt und zum Provinzmeister der Provinz „Semgallen“ (Wien) erhoben.

In gemeinsamer Arbeit der Ritter von Weizern und v. Leuchtenberg wurde für das Land Österreich eine Satzung und eine Burgordnung (Hausgesetz) erarbeitet und der Orden unter dem Namen „Ritterorden der Schwertbrüder von Livland“ vereinsbehördlich in Klagenfurt mit 16.9.1983 angemeldet und nahm seine Arbeit am 22.10.1983 auf. (Die Bezeichnung „…Christi…“ wurde bewußt aus dem Ordensnamen gelöscht, weil der Orden nach Satzung und Burgordnung an sich keinerlei Tätigkeiten für die christl. Lehre entwickelt und daher sich diese Bezeichnung nicht anmaßen konnte). Die Tätigkeit dieses neuen Ordens erstreckte sich über das ganze Bundesgebiet Österreichs. Zum ersten Provinzmeister wurde Ritter von Weizern gewählt. Mit 20.2.1984 wurde dieser neue Orden vom regierenden Großmeister des Ordens der Schwertbrüder zu Deutschland, Josephus von Schwarzenberg, in die Unabhängigkeit entlassen.

Der Orden in Wien verblieb weiterhin unter der deutschen Oberhoheit.

Der „Ritterorden der Schwertbrüder von Livland“ in Österreich blühte auf; bereits1988 wurden Komtureien in Salzburg, Tirol und kurze Zeit später in der Steiermark gegründet, doch blieb der Orden von internen Unstimmigkeiten nicht verschont.

Die Komturei Tirol unterwarf sich bald der deutschen Oberhoheit und gründete am 10.1.1987 den eigenen Orden „Ritterorden der Schwertbrüder von Livland zue Tirolensis“. Zum ersten Provinzmeister wurde Ritter von Schaller (Herbert Kandler) gewählt.

Mit 13.3.1989 wird in Salzburg vom Ritter v. Kwienberg (Kurt Kwiatkowsky) ein eigener Orden mit dem Namen „Ritterorden der Schwertbrüder Christi von Livland“ gegründet, die Verbindung mit der Organisation in Klagenfurt abgebrochen und er unterwirft sich mit 27.5.1989 dem Schwertbrüderorden in Deutschland. Zu dieser Zeit führte Ritter von Passeier (Alfons G.E. Nitsche) als magister superior den Orden in Deutschland.

Um die Einheit des Ordens zu wahren, folgten Gründungen von eigenen vereinsbehördlich angemeldeten Ritterorden der Schwertbrüder in allen Bundesländern Österreichs, die zunächst intern von einem Großmeister geführt wurden:

 

Kärnten: 22.10.1983 (Stammorganisation)

Vorarlberg: 20.06.1989

Tirol: 20.06.1989

Oberösterreich: 22.06.1989

Burgenland: 27.06.1989

Steiermark: 27.06.1989

Wien: 07.07.1989

Salzburg: 14.07.1989

Niederösterreich: 21.07.1989

 

Zum ersten Großmeister wurde Ritter Ignaz von Weizern auserkoren, der diese Würde bis September 1984 inne hatte. Ihm folgte Ritter von Kwienberg, (Kurt Kwiatkowsky) bis 19.5.1989 nach.

Um nun auch eine vereinsbehördliche geordnete ritterliche Tätigkeit zu ermöglichen wurde mit 14.2.1990 der Verband „Ritterorden der Schwertbrüder von Livland zue Ostarrichi, Oberster Konvent“ gegründet. Dieser Verband war als Dachverband aller Provinzen des Ritterordens der Schwertbrüder in Österreich vorgesehen. Die für alle Provinzen gültige Burgordnung wurde feierlich am 5.5.1990 unterfertigt. Ab 14.2.1990 lenkte nun Ritter von Kreuzberg (ehemals R.v. Leuchtenberg) als Großmeister die Geschicke des Gesamtordens bis 20.1.2006. Vom 21.01.2006 bis 05.02.2010 leitete den Orden Ritter von Sammetgraez (DI Josef Sammt) den Orden. Mit 06.02.2010 bis 05.03.2015 übernahm wieder Ritter von Kreuzberg (Dr.Gerhard Jaritz) als Großmeister die Führung des Ritterordens. Ab 06.03.2015 führt die Ordensgemeinschaft Ritter Karl von Knappenberg (MSc. Karl Knapp) als Großmeister.

Da sich in den Provinzen Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg keine eigenen Ordenstätigkeiten auf Dauer entwickeln konnten, wurden diese Organisationen mit Beschluß des Generalkonvents des „Ritterordens der Schwertbrüder von Livland zue Ostarrichi, Oberster Konvent“ vom 2.2.2000 aufgelöst.

Zur Zeit (2008) bestehen in Österreich nachstehende vereinsbehördl. gemeldete Vereinigungen des „Ritterordens der Schwertbrüder von Livland“:

  • Ritterordern der Schwertbrüder von Livland zue Ostarrichi, Oberster Konvent als Verband. (ZVR 04925599)
  • Ihm angeschlossen sind die Provinzen:
  • Carinthia (Kärnten),ZVR 115637654
  • Styria (Steiermark),ZVR 395854450
  • Salisburgensis (Salzburg) ZVR 246919758
  • Vindobona (Wien) ZVR 855515254
  • Orden der Schwertbrüder von Livland zue Tirolensis
  • Orden der Schwertbrüder Christi von Livland zue Salisburgensis
  • Orden der Schwertbrüder von Livland, Wien

Literaturverzeichnis

Benninghoven, Friedrich: „Der Orden der Schwertbrüder - Fratres militicie Christi de Livonia," Böhlau Verlag Köln-Graz 1965

Bunge, Dr. F.G.v. : „Der Orden der Schwertbrüder" (Stiftung, Verfassung und Auflösung)

E. Bidder Verlag Leipzig 1875

Hallermund, Udo Graf v.: „Ritterlehre" - Handbuch für Ordensbrüder und Ritter

Edition Sunset Kufstein 1980

Henne am Rhyn, Dr.Otto: „Geschichte des Rittertums" Magnus Verlag Essen

Josef Pongratz: Expose „Orden der Schwertbrüder von Livland", Rosenheim 1984

Tumler, Pt. Marian: „Der Deutsche Orden bis 1400", Panorame Verlag Wien 1955

Wittram, Reinhard: „Baltische Geschichte", Oldenbourg Verlag München 1973

Zusammenfassung: Prof. Helmut Einhorn (Historie) und Dr. Gerhard Jaritz (Österreich)